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Aktionswoche des Fachbereichs Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt
10. Juni 2014 bis 13. Juni 2014

Programm zum Download

Erziehung und Bildung zwischen Erwartung und Realität: Der kritische Blick aus Wissenschaft, Politik, Fachpraxis und Öffentlichkeit

Die Bedeutung von Erziehung und Bildung in der modernen Gesellschaft wird kaum jemand bestreiten. Sie gehören mittlerweile zu denjenigen Themen, die es auch ins Zentrum politischer Debatten schaffen, nicht nur vor Wahlen. Wie die junge Generation  behandelt wird, mit welchen Anforderungen Schulen konfrontiert sind, wie die Qualität einer institutionellen Betreuung von Kindern unter drei Jahren gewährleistet werden kann, welche Maßnahmen zur Integration in den Arbeitsmarkt führen, welche Ressourcen zur sozialen Teilhabe in verschiedenen sozialen Räumen notwendig sind, wie alle Kinder gemeinsam, also inklusiv lernen können oder wie die Lernzeit über die Lebensspanne zu organisieren ist, sind Herausforderungen der Gegenwart. Die Leistungen der Erziehungs- und Bildungsinstitutionen  von der Kindertagesstätte bis zur Universität, der Weiterbildung und Bildungsangeboten im hohen Alter stehen seit Jahren auch international auf dem Prüfstand. Dabei wurden sowohl strukturelle Defizite sichtbar als auch kritische Anfragen an Standards der Bildung und Ausbildung von Fachkräften gestellt. In den Medien werden diese Themen aufgegriffen und auch für die Öffentlichkeit sichtbar. Zu dieser Öffentlichkeit gehören Eltern, aber auch Pädagoginnen und Pädagogen, die sich häufig nicht wertgeschätzt fühlen und mangelnde Anerkennung für ihre gesellschaftlich hoch relevante Arbeit mit Kindern und Jugendlichen beklagen. Insbesondere Eltern mit einem niedrigen sozioökonomischen Status oder Familien mit einem Migrationshintergrund geraten allzu oft unter Druck. Auch viele Bildungs- und Erziehungseinrichtungen sehen sich mit gesteigerten gesellschaftlichen Erwartungen konfrontiert, deren Einlösbarkeit nicht zuletzt angesichts einer strukturellen Unterfinanzierung des Bildungs- und Erziehungssektors prekär scheint. 

In diese Gemengelage der Thematisierung von Erziehung und Bildung nimmt die Erziehungswissenschaft eine besondere Position ein, und sie ist mit ihrer Forschung und ihren Studiengängen maßgeblich an der Bearbeitung dieser zentralen gesellschaftlichen Fragen beteiligt.

Doch wie steht es um die Erziehungswissenschaft als wissenschaftlicher Disziplin innerhalb der Universitäten? Welchen Erwartungen – vor allem aus Politik und Praxis – sieht sie sich gegenüber? Mit welchen finanziellen Realitäten und strukturellen Wiedersprüchen hat die Erziehungswissenschaft dabei umzugehen? Welchen konkreten Beitrag leistet sie für die Lösung der Probleme vor Ort in Schulen, Kindertagesstätten, in der Kinder- und Jugendhilfe, in Volkshochschulen oder Beratungsstellen? Wie anschlussfähig sind ihre Forschungsbefunde und Diskurse an die Politik, aber auch an die internationale Forschung? Wie gelingt der Wissenstransfer in die unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereiche? Wie gelingt es der Erziehungswissenschaft, Probleme in der pädagogischen Praxis zu erkennen und diese aufzunehmen? Wie trägt sie zu einer öffentlichen aufgeklärten und kritischen Diskussion auch in den Medien bei? Und welche Bedeutung kommt in der Erforschung und Bearbeitung solcher Fragen der erziehungswissenschaftlichen Grundlagenforschung zu?

Diesen Fragen will sich der Fachbereich Erziehungswissenschaften an der Goethe-Universität im Rahmen seiner Aktionstage vom 10. bis zum 13. Juni 2014 stellen und mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Fachpraxis, Medien und der Universitätsleitung diskutieren. Dabei geht es erstens um konkrete Diagnosen zu aktuellen Herausforderungen von Erziehung und Bildung in unserer Gesellschaft, zweitens um die kritische Sicht auf die Bedeutung der Erziehungswissenschaft zur Lösung von Problemen und den dafür notwendigen Bedingungen, drittens um Erwartungen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Handlungsfeldern an die Erziehungswissenschaft und viertens um eine kritische (Neu)Positionierung der Erziehungswissenschaft.

An den vier Aktionstagen stehen folgende Themenfelder zur Diskussion:

  • Erziehung und Bildung in der hessischen Landespolitik
  • Der Wissenstransfer in die pädagogischen Handlungsfelder
  • Erziehung und Bildung in  den Medien
  • Die Erziehungswissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt

Erziehung und Bildung in der hessischen Landespolitik
Die neue Regierung in Hessen hat in ihrem Koalitionsvertrag von CDU und Grünen zahlreiche bildungs- und sozialpolitische Handlungsfelder identifiziert und spezifische Akzente gesetzt. Dazu gehört etwa die Reform des KiFöG, die Option von G8 auf G9 an den Gymnasien zu wechseln, der Ausbau von Ganztagsschulen oder der systematische Ausbau von Präventionsarbeit gegen sexuelle Gewalt an allen pädagogischen Einrichtungen.
Der Fachbereich möchte hierzu mit dem Kultusminister und dem Sozialminister des Landes Hessen eine öffentliche Diskussion führen.

Der Wissenstransfer in die pädagogischen Handlungsfelder

Die Relevanz der Erziehungswissenschaft für den Alltag in den Schulen und außerschulischen Einrichtungen, die Vorbereitung der Studierende auf den so genannten „Praxisschock“, das Verhältnis von Theorie und Praxis sind Herausforderungen für das Verhältnis zwischen Erziehungswissenschaft und den pädagogischen Handlungsfeldern. Im Rahmen dieses Diskussionstages werden Vertreterinnen und Vertreter aus der Praxis eingeladen, um ihre Erwartungen an die Forschung und das Studium zu artikulieren und mit der Erziehungswissenschaft zu diskutieren.

Erziehung und Bildung in den Medien

Die Medien sind ein wichtiger Partner, wenn es um die Bedeutung von Erziehung und Bildung geht, aber nicht wenige Journalistinnen und Journalisten setzen sich äußerst kritisch mit der Erziehungswissenschaft auseinander. Zugleich lassen sich zahlreiche medial inszenierte Diskurse über den Verfall der Jugend, der Erziehung, der Familie identifizieren. Sie stehen vielfach in einem krassen Widerspruch zu empirischen Befunden. Im Rahmen dieses Tages soll mit wichtigen Protagonisten aus den Medien diskutiert werden.

Die Erziehungswissenschaft an der Goethe-Universität

Der Fachbereich Erziehungswissenschaften trägt erheblich zum Erfolg der Goethe-Universität bei, nicht nur durch hohe Studierenden- und Absolventenzahlen, sondern auch durch Drittmitteleinwerbung und eine Fülle lokaler und regionaler Forschungs- und Praxisprojekte in Frankfurt und der Region. Der Fachbereich möchte vor diesem Hintergrund mit dem Präsidium der Goethe – Universität über Strukturen, Ressourcen und Perspektiven diskutieren.
Die öffentlichen Diskussionsveranstaltungen werden in workshops vorbereitet.

 

 

geändert am 05. Juni 2014  E-Mail: Webmistressschuetz@em.uni-frankfurt.de

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Druckversion: 05. Juni 2014, 12:03
http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb04/Aktionswochen-des-FB04/index.html