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Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis
Sommersemester 2000

Veranstaltungen von Prof. Dr. Hans-Heino Ewers


     

Grundkurs:

Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur von der Gründerzeit bis zum 1. Weltkrieg


(Arbeitsbereiche A und B) (Proseminar)
      Ziel dieses Grundkurses ist es, die TeilnehmerInnen mit einem wichtigen Abschnitt der Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur (=KJL) vertraut zu machen. Nachdem in der Epoche der Aufklärung und in der romantischen Literaturbewegung der Spielraum einer neuen bzw. modernen Kinder- und Jugendliteratur abgesteckt worden ist, muß sich die KJL des 19. Jahrhunderts den teilweise rückständigen gesellschaftlichen Realitäten des deutschsprachigen Raums anpassen. Im Zentrum des Proseminars sollen die folgenden Epochen stehen: Biedermeier, Vormärz, Realismus, Gründerzeit und Wilhelminismus. Es geht also um die Nachzeichnung von knapp hundert Jahren deutscher KJL-Entwicklung (ca. 1820 bis 1918).

Textbasis des Seminars sollen die bei Reclam erschienenen Textsammlungen zu einzelnen geschichtlichen Epochen der deutschen KJL sein. Auf Referate soll in diesem Grundkurs verzichtet werden zugunsten gemeinsamer intensiver Textarbeit. Neben den in den Anthologien gebotenen Textauszügen sollen vereinzelt und soweit verfügbar "Ganztexte" herangezogen werden.

Grundlagentexte:

  • Kinder- und Jugendliteratur vom Biedermeier bis zum Realismus. Reclam Universal Bibliothek 8087 (15 DM)
  • Kinder- und Jugendliteratur. Von der Gründerzeit bis zum ersten Weltkrieg. Reclam Universal-Bibliothek 9328 (22 DM)
Es wäre darüber hinaus sinnvoll, sich zu beschaffen:
  • Kinder- und Jugendliteratur der Romantik. Reclam Universalbibliothek 8026 (22 DM)

Zur Vorbereitung auf das Seminar sei die gründliche Lektüre der Einleitungen der o.g. Anthologien empfohlen. Darüber hinaus aus der Geschichte der deutschen Kinder- und Jugendliteratur (Hrsg.v. Reiner Wild. Stuttgart: Metzler 1990) die Abschnitte 'Aufklärung', 'Romantik' und 'Biedermeier'.

Geeignet für Magister- und L 3-Studierende, bei Interesse auch für Studierende der anderen Lehrämter. Scheinerwerb durch Anfertigen eines Protokolls und eines Essays oder durch eine umfangreichere Hausarbeit. Literaturlisten und Veranstaltungsplan zum Ende der Semesterferien. Ob ein Reader erstellt wird, ist noch offen.

Di 14-16
Vb: 11.04.00
Raum: H 14

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Hauptseminar:

Jugend als Gegenstand der dramatischen Kinder- und Jugendliteratur

in Zusammenarbeit mit Gerd Taube
(Arbeitsbereiche A und B)
      Während sich im Kindertheater eine formal und inhaltlich vielfältige dramatische Literatur durchgesetzt hat, der sowohl literarisch bereits vorgeprägte Stoffe (Märchen, Kinderbücher, Bilderbücher, Hörspiele etc.) als auch originäre Stoffe zugrunde liegen, ist die dramatische Literatur für das Jugendtheater noch immer auf den Typus des "Themen-" bzw. "Problemstücks" festgelegt. Eine Flut von dramatischer Literatur für das Jugendtheater befaßt sich mit "Problemthemen" wie Gewalt, Drogensucht, Intoleranz und Rassismus (gegenüber Ausländern, Minderheiten etc.), Jugendarbeitslosigkeit, Jugendkriminalität, Rechtsradikalismus und Neofaschismus (Skinheads als Klischee-Symbol für Rechtsradikale), Jugendgangs (Sprayer etc.), Probleme mit den Autoritäten (Eltern und Schule), Liebe und Sexualität, Prostitution etc. Diese Themen erfordern offensichtlich ihrerseits einen eigenwilligen Realismus der dramatischen Literatur. Dramaturgisch sind die Stücke vor allem durch die Serienästhetik des Vorabend-Fernsehens geprägt. Sprachlich suchen die Autoren die Nähe der "Zielgruppe" und komponieren einen merkwürdigen "Jugend-Sprech", der in seiner Banalität ebenfalls vom Vorabend-TV beeinflußt und mit Slang-Wörtern bis hin zu mundartlichen und Dialektfärbungen angereichert ist.
Gleichzeitig hat sich in den letzten Jahren im Sog einer Erfolgswelle von zunächst britischer, später auch amerikanischer Dramatik, eine sogenannte Neue deutsche Dramatik herausgebildet, die neben den britischen und amerikanischen Erfolgsstücken die Spielpläne der Theater erobert hat. Mit einer Art hyperrealistischer Auseinandersetzung mit all den Problemfeldern, die für das problemorientierte Jugendstück beschrieben wurden, begeistert diese Dramatik ein junges Publikum. Diese Art Dramatik scheint dem Lebensgefühl einer jungen Publikumsgeneration zu entsprechen.
Entspricht sie diesem Lebensgefühl mehr als jene Dramatik, die speziell für jugendliches Publikum in einem speziellen Jugendtheater inszeniert wird? Jedenfalls tauchen Stücke von Mark Ravenhill und Sara Kane nun auch in den Spielplänen der Kinder- und Jugendtheater auf. Gleichzeitig gilt im Kinder- und Jugendtheater weiterhin das Diktum, daß man zwischen dem Jugendtheater, das speziell für ein junges Publikum produziert, und dem Theater, das auch für ein junges Publikum inszeniert, streng zu scheiden hat. Ein Stück von Sara Kane im Staatstheater ist kein Jugendtheater in diesem Sinne, vom Jungen Theater inszeniert wird es zum Jugendtheater.
Das Seminar will Texte des intentionalen Jugendtheaters mit den Texten des nichtintentionalen Jugendtheaters ins Verhältnis setzen. Jugend als Gegenstand dieser Dramatik und die Art und Weise in der Jugend dargestellt wird, sind Fokus für die Diskussion. Jugend kann dabei im metaphorischen Sinne begriffen werden, aber auch als Synonym für Gegenwart, denn die Jugend der jungen Zuschauer ist nicht nur ihre Adoleszenz, sondern auch Folie für ihre Wahrnehmung von Wirklichkeit, d.h. Gegenwart.

Seminarplan und Literaturliste hängen gegen Ende der Semesterferien aus. Geeignet für Magister- wie Lehramtsstudierende.

Mi 10-12
Vb: 05.04.00
Raum: H 14

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Hauptseminar:

Science fiction und Virtual reality-Romane für junge Leser

(Arbeitsbereiche B, F)
      Das Seminar ist gedacht als eine Fortsetzung der Auseinandersetzung mit einzelnen Bereichen der populären Unterhaltungskultur, die teils als (serienmäßige) Medienverbundangebote, teils als reine Buchserien auftreten. Nach der Beschäftigung mit populären Mädchenverbund- bzw. -buchserien und den Grusel- und Schauerreihen im Sommersemester 1999 soll nun der Bereich der Computer-, der Cyberspace- und der Weltraumabenteuer untersucht werden. Es handelt sich hierbei um einen gegenwärtig geradezu explodierenden Sektor des Buch- und Medienangebotes. Die Vorbereitungen sind noch nicht soweit gediehen, daß hier schon Titel genannt werde können. Entspr. Aushänge werden so früh wie möglich gemacht. Anregungen und Hinweise sind übrigens sehr willkommen. Von den Teilnehmern des Seminars wird erwartet, daß sie bereit sind, sich in neue, bislang weitgehend noch unerforschte Bereiche der aktuellen populären Kultur einzuarbeiten.

Seminarplan und Literaturliste hängen gegen Ende der Semesterferien aus. Geeignet für Magister- und Lehramtsstudierende.

Do 10-12
Vb: 06.04.00
Raum: H 14

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Kolloquium

Neuere Arbeiten zur Theorie der KJL

(Kolloquium für Fortgeschrittene und Doktoranden)
      Das Seninar soll ein Diskussionsforum sein für fortgeschrittene Studierende (ab ca. 6. Sem.), für Examenskandidaten, die eine Magister-/Staatsexamensarbeit im Schwerpunkt KJL vorbereiten oder bereits schreiben, und für (in- und ausländische) Doktoranden. Interessierte Teilnehmer mögen bitte im Geschäftszimmer des Instituts eine schriftliche Anmeldung hinterlegen (wenn möglich mit einigen knappen Angaben zur Person - Fächerkombination, Arbeitsschwerpunkte etc.) und gleichzeitig Wünsche und Anregungen äußern. Eine Teilnahme ist notfalls jedoch auch ohne Anmeldung möglich.

Do 16-18 (14-tägig)
Vb: 13.04.00
Sitzungsraum des Instituts

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Kolloquium

Examenskolloquium

      Dieses Kolloquium, das nur im Sommersemester angeboten wird, ist gedacht für all diejenigen, die sich bei dem Seminarleiter zum Magisterexamen angemeldet haben bzw. dies zu tun gedenken. Eine Teilnahme wird deshalb empfohlen, weil in der Sprechstunde kein Raum bleibt für eine Beratung in all den Fragen, die mehr oder weniger alle Kandidatinnen und Kandidaten betreffen. Gegenstand des Kolloquiums sind Fragen der Vorbereitung auf das Examen wie der Eingrenzung und Strukturierung von Prüfungsgebieten. Seitens des Prüfenden geht es um die Formulierung von Erwartungen und die Offenlegung von Bewertungskriterien.

Do 16-18 (14-tägig)
Vb: 20.04.00
Sitzungsraum des Instituts

 

geändert am 27. Oktober 2007  E-Mail: Webmasterjubufo@rz.uni-frankfurt.de

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Druckversion: 27. Oktober 2007, 12:21
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